Fünf Milliarden Menschen sind täglich in sozialen Netzwerken. In Deutschland gelten rund 600.000 Kinder als handysüchtig. Vierundsechzig Stunden pro Woche sind unsere Kinder im Schnitt online.
Man kann daraus die naheliegende Forderung ableiten: Verbote. Nur helfen die nicht. Und auf Vertrauen allein zu setzen hilft auch nicht — selbst wir Erwachsenen kommen aus dieser Sogwirkung ja nicht heraus.
Was mir dabei auffällt: Wir zeigen Kindern überall, wo sie Fehler machen. In der Schule, zu Hause, später im Beruf. Aber wo schaffen wir Rahmenbedingungen, in denen sie sich entfalten können? Wo bleiben die Erlebnisse, die zeigen, dass sie etwas können?
Die Gefahr liegt nicht im Handy. Sie liegt in einem realen Leben, dem echte Beziehungen fehlen. Ein Bildschirm füllt eine Lücke — er schafft sie nicht.
Also: Kreativität statt Kontrolle. Kinder träumen lassen, statt sie mit Regeln zu umstellen. Gemeinsam statt einsam — Gerald Hüther bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, dass Beziehungen uns stark machen. Und Lernen mit dem Herzen: die Welt erleben lassen, nicht nur über sie lesen.
Das kostet vor allem eines, und es ist genau das, wovon wir am wenigsten haben: Aufmerksamkeit.


