CJS Christoph J. Sorg
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Wasser

Was, wenn der Regen uns nichts mehr zu sagen hat?

Was, wenn der Regen uns nichts mehr zu sagen hat?

Spaziergang im Regen. Der Boden saugt. Die Luft riecht nach Erinnerung.

Und ich denke: Wann haben wir eigentlich verlernt, Regen zu mögen?

Die Zahlen sind deutlich. Zu wenig Niederschlag, seit Jahren. Der Seepegel sinkt. Der Boden merkt sich alles — er ist das ehrlichste Messgerät, das wir haben, und das einzige, das niemand kalibrieren muss.

Regen ist mehr als Wetter. Er ist der sichtbare Teil eines Kreislaufs, der funktioniert oder eben nicht. Wo Wälder stehen und Böden Wasser halten können, entsteht Verdunstung, entstehen Wolken, kommt Regen zurück. Wo Boden versiegelt ist oder Humus fehlt, läuft das Wasser ab und ist weg.

Regen ist deshalb kein Ereignis, das einem zustößt. Er ist ein Spiegel dessen, was ein Landstrich noch kann.

Und wenn er ausbleibt, wird es still, wird es trocken, wird es ernst.

Vielleicht beginnt Veränderung nicht mit neuen Lösungen, sondern damit, dass wir wieder hinschauen, wenn es regnet.

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