# Was die Baubranche von einer Jetpilotin lernen kann

> Sechs Stunden Nachbesprechung für zwei Stunden Flug. Und drei weitere Dinge, die auf jeder Baustelle funktionieren würden.

- Autor: Christoph J. Sorg
- Veröffentlicht: 2025-10-08
- Rubrik: Führung
- Schlagworte: Führung, Team, Lernen
- Quelle: https://sorg.at/magazin/was-wir-von-einer-jetpilotin-lernen/
- LinkedIn-Original: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:share:7381647758618718209

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Beim DigitalWerk-Event in München hat Nicola Winter — Testpilotin, Ingenieurin, Rednerin — gezeigt, was Hochleistung in der Fliegerei tatsächlich bedeutet. Vier Dinge sind mir geblieben.

**Nachbesprechung.** Sechs Stunden Debriefing für zwei Stunden Flug. Reflexion ist dort kein Nachgedanke, sondern der eigentliche Treiber für Fortschritt. Im Bau machen wir es genau umgekehrt: Wir besprechen vorher lang und danach gar nicht.

**Team.** Die besten Crews fliegen ohne Ego. Wer im Cockpit Rang wichtiger nimmt als Information, bringt alle in Gefahr.

**Auftakt.** Alle sind vom ersten Moment an dabei. Nicht die Hälfte der Beteiligten erfährt später, was beschlossen wurde.

**Planung.** Zwei Drittel der Zeit gehen in die Frage: Was, wenn es schiefgeht? Ein Drittel in den perfekten Ablauf. In unserer Branche ist das Verhältnis meist umgekehrt — und dann wundern wir uns über Nachträge.

Wenn wir das in der Bau- und Immobilienbranche öfter so machen würden, würden Projekte häufiger abheben, statt zu landen, bevor sie gestartet sind.

Mehr Crew, weniger Ego. Mehr Plan B, weniger Blindflug.

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Christoph J. Sorg ist gelernter Forstwirt und studierter Mechatroniker. Er lebt im Bregenzerwald in Vorarlberg und baut seit rund zwanzig Jahren Systeme an der Schnittstelle von Industrie, Bauen und Technologie: erst Antriebe und Onboard-Charging in der Elektromobilität, dann Innovation und Joint Ventures in einer Bauholding, dann eine branchenübergreifende Innovationsplattform für die Vorarlberger Industrie, dann regenerative Wertschöpfung. Heute verantwortet er Vertrieb und KI-Transformation bei WoodRocks und myblock im industriellen Holzsystembau. Am liebsten arbeitet er an Systemrändern: dort, wo zwei Bereiche aneinanderstoßen und etwas entsteht, das in keinem von beiden möglich war.
