# Vom Forstwirt zum Systembauer

> Zuerst Forstwirt. Dann Mechatronik. Dazwischen drei Jahrzehnte und ein anderer Blick auf Holz.

- Autor: Christoph J. Sorg
- Veröffentlicht: 2025-05-03
- Rubrik: Herkunft
- Schlagworte: Herkunft, Handwerk, Technik
- Quelle: https://sorg.at/magazin/vom-forstwirt-zum-systembauer/
- LinkedIn-Original: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:ugcPost:7324389345807814657

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Meine berufliche Geschichte beginnt nicht im Büro, sondern im Wald. Als Forstwirt lernte ich, mit Material, Wetter, Gelände und Risiko umzugehen. Eine Motorsäge verzeiht keine Unaufmerksamkeit. Arbeit wird unmittelbar sichtbar, und Verantwortung lässt sich nicht an eine Folie delegieren.

Danach studierte ich Mechatronik. Aus dem Werkstoff wurde ein System aus Mechanik, Elektronik und Software. In der Hardwareentwicklung und im Systemdesign mit CAD lernte ich, komplexe Anforderungen in eine konkrete, produzierbare Lösung zu übersetzen. Als Projektleiter kam eine weitere Dimension hinzu: Technik funktioniert nur dann, wenn Menschen, Entscheidungen, Termine und Qualität zusammenfinden.

Später führte mich dieser Weg in internationale Entwicklung und Serienproduktion, in den Aufbau einer Business Unit und in Innovationsverantwortung. Die Branchen wechselten – Elektronik, Elektromobilität, Bau –, doch das Grundmuster blieb: ein neues Feld verstehen, ein tragfähiges System entwerfen und Menschen dafür gewinnen, es gemeinsam aufzubauen.

Als ich Jahrzehnte später wieder bei einer Forstmeisterschaft stand, waren die Sägen noch dieselben. Mein Blick war ein anderer. Holz war nicht mehr nur Material oder Menge. Der Wald war als lebendes System präsent: mit Zeit, Grenzen und einer eigenen Antwort auf unser Handeln.

Diese Spannung prägt meine Arbeit bis heute. Ich glaube an Präzision, industrielle Qualität und wirtschaftliche Leistung. Gleichzeitig genügt es nicht, ein System nur intern zu optimieren. Wir müssen auch fragen, was es mit seiner Umgebung macht: mit Menschen, Ressourcen, Orten und der nächsten Generation.

Forstwirt und Mechatroniker sind für mich deshalb keine Gegensätze. Der eine lehrt Bodenhaftung und Respekt vor realen Bedingungen. Der andere lehrt Vernetzung, Modellierung und reproduzierbare Qualität. Zusammen bilden sie meinen Blick auf Transformation: konkret genug, um etwas zu bauen, und offen genug, um die Beziehungen dahinter nicht zu verlieren.

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Christoph J. Sorg ist gelernter Forstwirt und studierter Mechatroniker. Er lebt im Bregenzerwald in Vorarlberg und baut seit rund zwanzig Jahren Systeme an der Schnittstelle von Industrie, Bauen und Technologie: erst Antriebe und Onboard-Charging in der Elektromobilität, dann Innovation und Joint Ventures in einer Bauholding, dann eine branchenübergreifende Innovationsplattform für die Vorarlberger Industrie, dann regenerative Wertschöpfung. Heute verantwortet er Vertrieb und KI-Transformation bei WoodRocks und myblock im industriellen Holzsystembau. Am liebsten arbeitet er an Systemrändern: dort, wo zwei Bereiche aneinanderstoßen und etwas entsteht, das in keinem von beiden möglich war.
