# Vier Thesen darüber, wie wir arbeiten werden

> Die Sinnfrage, die 30-Stunden-Woche, das Büro als Ort der Begegnung — und das Ende der Work-Life-Balance.

- Autor: Christoph J. Sorg
- Veröffentlicht: 2022-01-19
- Rubrik: Arbeit
- Schlagworte: Arbeit, TalentZone, Zukunft
- Quelle: https://sorg.at/magazin/vier-thesen-zur-arbeit/
- LinkedIn-Original: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:share:6889589977919881216

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Für TalentZone haben wir vier Thesen zur Zukunft der Arbeit zusammengetragen. Sie stammen in ihrem Kern vom Zukunftsinstitut, und sie haben sich seither eher bestätigt als überholt.

**Die Sinnfrage rückt in die Mitte.** Wenn Maschinen einen großen Teil der monotonen und wiederholenden Arbeit übernehmen, bleiben die urmenschlichen Fähigkeiten übrig: Kreativität und Empathie. Was Arbeit bedeutet, entscheidet sich dann daran, welche Aufgabe man löst.

**Dreißig Stunden werden das neue Vollzeit.** Skandinavien lebt es vor: Arbeitszeit ist kein durchgehender Wochenblock, sondern ein Kontingent, das sich an Lebensphasen anpasst. Weniger Stunden bedeuten oft mehr Produktivität und weniger Krankenstände.

**Ortsunabhängiges Arbeiten macht das Büro attraktiv.** Konzentrierte Arbeit passiert zunehmend anderswo. Das Büro wird dadurch nicht überflüssig, sondern wechselt die Rolle — vom Arbeitsplatz zum Ort für gemeinsame Entwicklung, echte Begegnung und gelebte Kultur.

**Verschmelzung statt Balance.** Die Suche nach dem Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit war immer konfliktbeladen, weil eines davon zwangsläufig zu kurz kommt. Wenn die Grenze durchlässiger wird, lassen sich persönliche Bedürfnisse im Tagesverlauf besser unterbringen.

Vier Jahre später lese ich das und stelle fest: Die Thesen waren nicht mutig genug.

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Christoph J. Sorg ist gelernter Forstwirt und studierter Mechatroniker. Er lebt im Bregenzerwald in Vorarlberg und baut seit rund zwanzig Jahren Systeme an der Schnittstelle von Industrie, Bauen und Technologie: erst Antriebe und Onboard-Charging in der Elektromobilität, dann Innovation und Joint Ventures in einer Bauholding, dann eine branchenübergreifende Innovationsplattform für die Vorarlberger Industrie, dann regenerative Wertschöpfung. Heute verantwortet er Vertrieb und KI-Transformation bei WoodRocks und myblock im industriellen Holzsystembau. Am liebsten arbeitet er an Systemrändern: dort, wo zwei Bereiche aneinanderstoßen und etwas entsteht, das in keinem von beiden möglich war.
