# Ökonomie vom Boden her denken

> Ein Retreat auf Schloss Salem, achthundert Jahre nach den Zisterziensern — und die Frage, ob Humus ein Wirtschaftsprinzip sein kann.

- Autor: Christoph J. Sorg
- Veröffentlicht: 2023-04-24
- Rubrik: Boden
- Schlagworte: Boden, Regenerativ, Bodensee
- Quelle: https://sorg.at/magazin/oekonomie-vom-boden-her-denken/
- LinkedIn-Original: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:share:7056229458831192065

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Die Zisterzienser trafen sich schon im zwölften Jahrhundert in Salem, um Wissen zu teilen und voneinander zu lernen. Achthundert Jahre später saßen wir dort wieder — Menschen aus Industrie und Landwirtschaft, verschiedene Generationen, ein Retreat unter dem Motto „connect the unexpected".

Die Frage, um die alles kreiste: Können die Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft zum Schlüssel für die Transformation der Wirtschaft werden?

Humus als Wirtschaftsprinzip klingt zunächst nach einer schiefen Metapher. Aber der Vergleich hält mehr aus, als er verspricht. Ein humusreicher Boden speichert Wasser, statt es abfließen zu lassen. Er trägt Belastung, ohne zu verdichten. Er wird durch Nutzung besser, nicht schlechter — vorausgesetzt, man nimmt nicht mehr, als nachwächst. Genau das können die wenigsten Geschäftsmodelle von sich behaupten.

In den Sechzigerjahren startete die Apollo-Mission zum Mond. Vielleicht wäre es an der Zeit, eine Boden-Mission zu starten. Aus der Bodenseeregion heraus.

Der Unterschied: Beim Mond wussten alle, wann man angekommen ist.

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Christoph J. Sorg ist gelernter Forstwirt und studierter Mechatroniker. Er lebt im Bregenzerwald in Vorarlberg und baut seit rund zwanzig Jahren Systeme an der Schnittstelle von Industrie, Bauen und Technologie: erst Antriebe und Onboard-Charging in der Elektromobilität, dann Innovation und Joint Ventures in einer Bauholding, dann eine branchenübergreifende Innovationsplattform für die Vorarlberger Industrie, dann regenerative Wertschöpfung. Heute verantwortet er Vertrieb und KI-Transformation bei WoodRocks und myblock im industriellen Holzsystembau. Am liebsten arbeitet er an Systemrändern: dort, wo zwei Bereiche aneinanderstoßen und etwas entsteht, das in keinem von beiden möglich war.
