# Neunzig Prozent der Absolventen ohne Job

> Ein Anruf aus China — und was das strukturelle Signal für Europa bedeutet.

- Autor: Christoph J. Sorg
- Veröffentlicht: 2026-02-16
- Rubrik: Zukunft der Arbeit
- Schlagworte: Arbeit, KI, Zukunft
- Quelle: https://sorg.at/magazin/neunzig-prozent-ohne-job/
- LinkedIn-Original: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:share:7429053210318950400

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Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem guten Freund aus China. Er erzählte mir etwas, das mich wirklich nachdenklich gemacht hat.

In China finden derzeit rund neunzig Prozent der Hochschulabsolventen keinen passenden Job nach dem Studium. Viele schlagen sich durch — als Essenslieferanten oder als Creator auf TikTok. Hochqualifiziert, akademisch ausgebildet, und dennoch ohne Perspektive im klassischen Arbeitsmarkt.

Das ist kein Randphänomen. Das ist ein strukturelles Signal.

China war lange das Symbol für Wachstum. Jetzt zeigt sich dort zuerst, was passiert, wenn Ausbildung und Arbeitsmarkt auseinanderlaufen — und wenn Automatisierung schneller ist als die Anpassung der Systeme, die Menschen darauf vorbereiten sollen.

Wir sollten genau hinschauen. Nicht aus Angst. Sondern weil die Kurve, die dort schon sichtbar ist, bei uns gerade erst beginnt.

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Christoph J. Sorg ist gelernter Forstwirt und studierter Mechatroniker. Er lebt im Bregenzerwald in Vorarlberg und baut seit rund zwanzig Jahren Systeme an der Schnittstelle von Industrie, Bauen und Technologie: erst Antriebe und Onboard-Charging in der Elektromobilität, dann Innovation und Joint Ventures in einer Bauholding, dann eine branchenübergreifende Innovationsplattform für die Vorarlberger Industrie, dann regenerative Wertschöpfung. Heute verantwortet er Vertrieb und KI-Transformation bei WoodRocks und myblock im industriellen Holzsystembau. Am liebsten arbeitet er an Systemrändern: dort, wo zwei Bereiche aneinanderstoßen und etwas entsteht, das in keinem von beiden möglich war.
