# Die besten Ideen entstehen zwischen den Branchen

> Plattform V, Co-Creation und die Infrastruktur für gemeinsames Handeln.

- Autor: Christoph J. Sorg
- Veröffentlicht: 2022-06-19
- Rubrik: Co-Creation
- Schlagworte: Co-Creation, Innovation, Plattform V
- Quelle: https://sorg.at/magazin/ideen-zwischen-branchen/
- LinkedIn-Original: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:share:6944192535812603904

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Was geschieht, wenn Unternehmen wie ALPLA, Blum, Hilti, Zumtobel, Gebrüder Weiss und Rhomberg nicht nur für sich innovieren, sondern gemeinsame Fragen bearbeiten? Aus diesem Gedanken entstand Plattform V: eine Open-Innovation-Plattform für die Vorarlberger Industrie mit mehr als vierzig Mitgliedsunternehmen.

Unsere Themen lagen bewusst zwischen den Zuständigkeiten: Circular Economy, Mobilität, künstliche Intelligenz, Talente, Wohnen, Sicherheit, Prozess- und Trendmanagement. Dort gab es selten fertige Lösungen. Dafür gab es unterschiedliche Perspektiven, reale Anwendungsfälle und die Chance, voneinander zu lernen.

Co-Creation beginnt nicht mit einem Workshopformat. Sie beginnt mit einer Frage, die für mehrere Partner wichtig genug ist, um Zeit, Wissen und Verantwortung zu teilen. Danach braucht es Übersetzung. Ein Maschinenbauer, ein Logistiker und ein Bauunternehmen verwenden andere Begriffe, Taktungen und Erfolgskriterien. Gemeinsames Handeln entsteht erst, wenn diese Unterschiede sichtbar und produktiv werden.

Meine Rolle war, dieses Feld aufzubauen und zu führen: Partner gewinnen, Vertrauen entwickeln, Themen verdichten, Projekte strukturieren und dafür sorgen, dass aus Gesprächen konkrete Arbeit wird. Die Plattform wurde so zur Infrastruktur, die kein einzelnes Unternehmen allein sinnvoll hätte aufbauen können.

Diese Erfahrung begleitet mich bis heute. Auch im Holzbau liegen entscheidende Lösungen zwischen Architektur, Produktion, Software, Haustechnik und Nutzung. In regenerativer Landwirtschaft treffen Bodenwissen, Finanzierung, regionale Logistik und Konsum aufeinander. Transformation scheitert selten an einem Mangel einzelner Ideen. Sie scheitert an fehlenden Verbindungen.

Die besten Ideen entstehen deshalb nicht automatisch im Zentrum einer Disziplin. Oft liegen sie im Zwischenraum: dort, wo niemand allein zuständig ist, aber viele etwas beitragen können. Wer diesen Raum hält, muss zuhören, Konflikte aushalten und zugleich auf Umsetzung drängen. Verbindung wird dann zu einer sehr konkreten Form von Führung.

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Christoph J. Sorg ist gelernter Forstwirt und studierter Mechatroniker. Er lebt im Bregenzerwald in Vorarlberg und baut seit rund zwanzig Jahren Systeme an der Schnittstelle von Industrie, Bauen und Technologie: erst Antriebe und Onboard-Charging in der Elektromobilität, dann Innovation und Joint Ventures in einer Bauholding, dann eine branchenübergreifende Innovationsplattform für die Vorarlberger Industrie, dann regenerative Wertschöpfung. Heute verantwortet er Vertrieb und KI-Transformation bei WoodRocks und myblock im industriellen Holzsystembau. Am liebsten arbeitet er an Systemrändern: dort, wo zwei Bereiche aneinanderstoßen und etwas entsteht, das in keinem von beiden möglich war.
