# Die Woche, in der ich nach Wasser suchte

> Auf einer Alp in Vorarlberg — und die Frage, die sich von „Wie bringen wir es hin?" zu „Wo finden wir noch welches?" verschoben hat.

- Autor: Christoph J. Sorg
- Veröffentlicht: 2026-07-30
- Rubrik: Wasser
- Schlagworte: Wasser, Klima, Vorarlberg
- Quelle: https://sorg.at/magazin/die-woche-in-der-ich-wasser-suchte/
- LinkedIn-Original: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:ugcPost:7488498205215690752

---

Diese Woche habe ich nicht nach Wachstum, Innovation oder dem nächsten Projekt gesucht. Sondern nach Wasser. Auf einer Alp in Vorarlberg.

Dort, wo wir in den vergangenen Sommern Wasserleitungen für die Kühe gegraben haben, stellt sich heute eine grundlegendere Frage. Nicht mehr: Wie bringen wir das Wasser zum Trog? Sondern: Wo finden wir überhaupt noch genug davon?

Was zunächst nach einem kleinen Problem auf einer abgelegenen Alp klingt, zeigt eine Entwicklung, die längst weiter reicht. Auch in den Gemeinden Vorarlbergs wird das Trinkwasser knapper. Erste Gemeinden unterstützen sich bereits gegenseitig und helfen mit Wasser aus.

Plötzlich wird sichtbar, was auf Klimagrafiken oft abstrakt bleibt: weniger Wasser für die Tiere, mehr Aufwand für die Landwirtschaft, weniger Planungssicherheit für Gemeinden — und wachsender Druck auf unsere gesamte Infrastruktur.

Wir sprechen viel über Digitalisierung, KI, Wachstum und Zukunftsfähigkeit. Doch vielleicht beginnt echte Zukunftsfähigkeit an einem viel einfacheren Punkt: genau hinsehen.

---

Christoph J. Sorg ist gelernter Forstwirt und studierter Mechatroniker. Er lebt im Bregenzerwald in Vorarlberg und baut seit rund zwanzig Jahren Systeme an der Schnittstelle von Industrie, Bauen und Technologie: erst Antriebe und Onboard-Charging in der Elektromobilität, dann Innovation und Joint Ventures in einer Bauholding, dann eine branchenübergreifende Innovationsplattform für die Vorarlberger Industrie, dann regenerative Wertschöpfung. Heute verantwortet er Vertrieb und KI-Transformation bei WoodRocks und myblock im industriellen Holzsystembau. Am liebsten arbeitet er an Systemrändern: dort, wo zwei Bereiche aneinanderstoßen und etwas entsteht, das in keinem von beiden möglich war.
